Schulleben



Wie fühlen sich die Jugendlichen in der Schule?

Bild53 Wohlfühlen.pngMöglich waren nur zwei Antworten - ja/nein. Hinter der Antwort "ja" sollte eine klare Akzeptanz für die Schule stehen. So gesehen ist das Ergebnis positiv, denn die meisten Jugendlichen, nämlich drei Viertel, fühlen sich in der Schule wohl. Deutlich ist zusätzlich eine Steigerung in der Kursstufe, die in den beiden privaten Schulen besonders ausgeprägt ausfällt.

Betrachtet man die negativen Antworten, werden die Unterschiede signifikant.

Bild54 Wohlfühlen negativ.pngDie Jungen fühlen sich deutlich häufiger in der Schule nicht wohl, ein Migrationshintergrund hat hier wenig Bedeutung. Unter den Mädchen spielt er wiederum eine Rolle, denn Migrantinnen fühlen sich öfter unwohl als die deutschen Mädchen.

In der Kursstufe geht bei allen Gruppen die Unzufriedenheit deutlich zurück. Allerdings bleiben die Unterschiede weiterhin deutlich ausgeprägt.

Bei der Auswertung der Textantworten zeigt sich, dass die Raumsituation und Klassenzimmergestaltung sowie das zwischenmenschliche Klima an den verschiedenen Schulen unterschiedlich bewertet werden und das Wohlbefinden positiv bzw. negativ beeinflussen können.

Was finden Jugendliche besonders gut an ihrer Schule? Was könnte man verbessern?

Erwartungsgemäß gab es zu diesem Thema sehr viele, von Schule zu Schule stark differierende Äußerungen.

Es wurde versucht, die überaus zahlreichen Kommentare zu strukturieren und sie in drei Gruppen einzuteilen: Gebäude und Ausstattung, Lehrplan, Unterrichts- und allgemeine Organisation, Atmosphäre, zwischenmenschliches Klima.

Äußerungen wie: was ist gut? „die Pausen“, was soll man verbessern? „mehr Ferien“ und ähnliche wurden nicht weiter beachtet.

Zwischen den Schulen zeigten sich große Unterschiede in der Gewichtung der Themen - beispielsweise wird am GSG besonders die freundliche, friedliche, zwischenmenschlich gute, familiäre Atmosphäre gelobt – am FSG gefallen den Jugendlichen ihr Pausenhof und die hellen Gänge.
Lob für das Lehrer-Kollegium gibt es an allen Schulen – aber natürlich auch Kritik. Schön ist, dass an allen Schulen das Lob überwiegt.
 
 An einer der Schulen gab es viel Kritik am Gebäude. Von 164 befragten Jugendlichen kamen 105 Renovierungswünsche. Aber auch an manchen anderen Schulen werden von vielen Schülern Umbau- und Verschönerungsmaßnahmen gefordert. 42,7 % der Kommentare beschäftigen sich mit einer Verbesserung der Gebäude-Situation. Besonders die Toiletten werden stark kritisiert. Die „versifften“ WC´s scheinen den Schülern ein echtes Anliegen zu sein.  Die Ausstattung dagegen wird an allen Schulen eher gelobt als kritisiert.
WC statt PC! Ein Schüler fasst ein wichtiges Anliegen sehr prägnant zusammen:

Was ist gut? Was kann man verbessern? 

Detaillierte Zusammenstellungen von Lob und Kritik für jede Schule separat können eine gute Argumentationshilfe beim Priorisieren von Baumaßnahmen sein. Die Schulleitungen können diese beim Autorenteam anfordern.

Gegenseitiger Respekt an den Schulen

Die folgenden Fragen wurden positiv beantwortet:

Werden alle SchülerInnen an deiner Schule von den MitschülerInnen respektiert? von 34%
Werden alle SchülerInnen an deiner Schule von den LehrerInnen respektiert? von 48%
Werden alle LehrerInnen an deiner Schule von den SchülerInnen respektiert? von 22%

Gegenseitiger Respekt von allen für alle ist eine Wunschvorstellung und man kann nicht erwarten, dass immer alle Lehrer und schon gar nicht alle Schüler jederzeit von allen respektiert werden.

Im Fragebogen wurde bewusst auf die Formulierung "die meisten" (SchülerInnen, LehrerInnen,...) zu Gunsten von "alle" verzichtet sowie die möglichen Antworten auf "ja" oder "nein"  beschränkt, um eindeutige Antworten zu veranlassen. Aus dem Grund sind positive Antworten als Überzeugung zu werten, dass Respekt üblich ist. Negative Antworten hingegen bedeuten nicht generelle Respektlosigkeit, sondern dass die Situation nicht zu 100% zufriedenstellend ist.

Unter diesem Gesichtspunkt sind die Ergebnisse erfreulicher als sie auf den ersten Blick erscheinen.

Es ist ebenfalls zu beachten, dass die Zahl der positiven Antworten in beiden Privaten wesentlich höher war als in anderen Schulen.

Diese Fragen wurden von fast allen Jugendlichen beantwortet. Die Zahl der Bögen, die hier ohne Ankreuzen oder mit „weiß nicht“ o.ä. gekennzeichnet abgegeben wurden, lag unter 5%.


Zwischenmenschliche Konflikte (Mobbing)

In der Umfrage wurde der Begriff Mobbing bewusst entsprechend des umgangssprachlichen Jargons der Jugendlichen verwendet. "Das Verb to mob, von dem das Wort Mobbing abgeleitet ist, bedeutet zunächst allgemein „belästigen, anpöbeln.“ (...) Umgangssprachlich ausgedrückt bedeutet Mobbing, dass jemand (...) fortgesetzt geärgert, schikaniert, in passiver Form als Kontaktverweigerung mehrheitlich gemieden oder in sonstiger Weise in seiner Würde verletzt wird. Eine allgemein anerkannte Definition gibt es nicht." (Quelle: Wikipedia)
Wie man der aktuellen Studie im Fachjournal "Jama Psychiatry" entnimmt, kann Mobbing in der Schule in signifikantem Maße psychische Schäden für Jahre hinterlassen. Mehr dazu auch im Spiegel.

Im Folgenden handelt es sich um subjektive Empfindungen - während manche Jugendliche kleine Sticheleien selbstbewusst kontern, fühlen sich die Anderen dadurch bereits gemobbt.

Bild55 Konflikte Schultyp.pngEine verhältnismäßig kleine Gruppe fühlt sich von Mobbing betroffen, davon die Wenigsten oft. In der Kursstufe geht die Zahl der Betroffenen etwas zurück.

Es gibt keine signifikanten Unterschiede zwischen den Schularten der Klassenstufe. 

Bild56 Konflikte Gruppe.pngDie möglichen Punkte aller Antworten (0-2) wurden gemittelt. Mit der so gewonnenen Zahl (Maximalwert 2) lassen sich die unterschiedlichen, nach Geschlecht und Abstammung getrennten, Gruppen vergleichen.

Die Ergebnisse in der Klassenstufe sind ausgeglichen.

In der Kursstufe findet, bis auf die Gruppe der Migrantinnen, ein Rückgang von Mobbing statt. 

Es gab die Überlegung, ob die Mitgliedschaft in einem Verein Meinungen der Befragten beeinflussen kann. Es konnten keine signifikanten Unterschiede zum Gesamtergebnis festgestellt werden.

Hilfe bei zwischenmenschlichen Konflikten (Mobbing)

Bild57 Konflikte Hilfe.pngMehrfachnennungen waren möglich, daher ist die Summe größer als 100%.

Diese Frage wurde von vielen Jugendlichen offensichtlich auf eine potenzielle Problemsituation bezogen. Auch wenn die Jugendlichen sich nicht als Opfer fühlten, wussten sie, wo sie Hilfe bekommen könnten.

Die meisten Jugendlichen würden sich an ihre FreundInnen wenden, die Wenigsten an Fachleute oder eine Beratungsstelle. Da aber einige SchülerInnen die Schulsozialarbeit unter "Andere" vermerkten, ist die tatsächliche Anzahl der Nennungen bei Fachleuten und Beratungsstellen höher.

Eine wichtige Überlegung:
Wer ist betroffen und bekommt keine Hilfe?

Diese Frage wurde nicht explizit gestellt; die Zahlen wurden aus den vorliegenden Daten ermittelt.

10 Jugendliche (1,5%) in der Klassenstufe fühlen sich oft betroffen und ohne Hilfe. Es sind 5 Schülerinnen und 5 Schüler - davon jeweils 2 mit Migrationshintergrund. Selten betroffen und allein gelassen fühlen sich 32 Jugendliche (4,8%). Es sind 15 Mädchen und 17 Jungen - davon jeweils 6 mit Migrationshintergrund.

In der Kursstufe fühlt sich ein deutscher Junge (0,3%) oft betroffen. Selten betroffen fühlen sich 15 Jugendliche (4,7%), es sind 10 Jungen - davon 4 Migranten und 5 Mädchen - davon 1 Migrantin).

Berücksichtigt man den Anteil der Migranten an der Gesamtzahl der Befragten, so scheinen diese etwas häufiger als Deutsche von Mobbing betroffen und allein gelassen. Bei der Betrachtung nach Geschlecht ergibt sich ein leichter Überhang bei den Jungen.