Einführung

Die Entstehung der Umfrage

In der Klausur des Gleichstellungsbeirats 2010 wurde der Status Quo der Gleichstellung diskutiert. Einerseits gab es Überlegungen zur Situation der Frauen und Mädchen - was haben Frauen über die Jahre erreicht? Sind sie jetzt gleichgestellt? Ist diese Entwicklung von Dauer?
Andererseits zur Situation der Männer und Jungen - sind sie in die Opferrolle gerutscht? Brauchen sie besondere Förderung? Oder wurden sie lediglich der jahrhundertealten Privilegien beraubt?

Es gab die Überlegung, wie es die Jugendlichen wohl sehen? Ist Gleichstellung für sie überhaupt ein Thema? Oder fühlen sie sich womöglich schon gleichgestellt? Und wie nehmen sie das eigene und das andere Geschlecht eigentlich wahr?

So war die Idee einer Umfrage entstanden. 

Zur gleichen Zeit wollte der neu gewählte Jugendgemeinderat sich über die Belange der Jugendlichen in Fellbach informieren sowie den eigenen Bekanntschaftsgrad untersuchen und zog deswegen eine Umfrage in Betracht. Es lag nahe, sich Synergieeffekte zu Nutze zu machen. So wurde eine Zusammenarbeit den JugendgemeinderätInnen angeboten und bald entstand eine gemeinsame Arbeitsgruppe.

Gleichzeitig liefen Vorbereitungen zum 20-Jährigen Jubiläum der Gleichstellungsstelle in Fellbach, in welche sich die anvisierte Umfrage sehr gut eingefügt hat . 

Durchführung der Befragung

Befragt wurden im Sommersemester des Schuljahres 2010/2011 alle achten und die meisten neunten Klassen (in der Auswertung Klassenstufe genannt) sowie die erste Kursstufe (also die vorletzte Klasse vor dem Abitur, in der Auswertung Kursstufe genannt) der weiterführenden Schulen in Fellbach:
die Werkrealschulen - Zeppelinschule (ZS) und Albert-Schweitzer-Schule (ASS)
die Realschulen - Auberlen-Realschule (ARS) und Hermann-Hesse-Realschule (HHR)
die Gymnasien - Friedrich-Schiller-Gymnasium (FSG) und Gustav-Stresemann-Gymnasium (GSG)
sowie jeweils zwei Klassen des popcollege und des Kolping-Bildungswerks Grafik & Design.

Der Fragebogen wurde unter Berücksichtigung der Wünsche und Belangen der Jugendgemeinderäten und der Gleichstellungsbeirätinnen erstellt und in zwei Versionen vorbereitet - für Klassen- und Kursstufe. Die meisten Unterschiede sind sprachlicher Natur, inhaltlichen Unterschied gibt es nur im Kapitel 2 Jugendgemeinderat.

Anregungen zur Umfrage hatten insgesamt weniger als 15% der Befragten. Die Kommentare reichten von: „cool, dass wir gefragt werden“ bis „Papierverschwendung“. Positive und negative Bemerkungen hielten sich in etwa die Waage. Häufig wurden schon vorher geäußerte, konkrete Wünsche noch einmal besonders herausgestellt: "wir brauchen einen guten Bäcker in der großen Pause", "die Schule soll schöner gestaltet werden", "mehr Fußballturniere in Fellbach organisieren" etc. Es gab auch Aussagen wie: „ich bin gegen den Nordostring, weil er die Natur zerstört“. Es wurde mehr Zeit zum Ausfüllen der Bögen gewünscht und Kritik an Fragestellungen geäußert. Einige Klassenstufen-SchülerInnen fühlten sich zu jung, um sich zu Chancengleichheit und Zukunft zu äußern. Viele der Befragten bedankten sich für den Unterrichtsausfall – manche bedauerten dies. Einige baten explizit um ein Feedback.

Vorgehensweise

Dank der freundlichen Genehmigung der Schulleitungen war die Durchführung der Umfrage während der Unterrichtszeit möglich. Alle anwesenden SchülerInnen haben die Fragebögen anonym ausgefüllt. Es bestand die Möglichkeit, bei dem anwesenden Mitglied der Arbeitsgruppe nach Erläuterungen zu fragen.

Etwa 1% der knapp Tausend befragten SchülerInnen gab unvollständige oder erkennbar nicht ernst gemeinte Antworten. Ausgewertet wurden 986 Bögen, davon etwa zwei Drittel in der Klassenstufe. 

Die meisten befragten Jugendlichen wohnen in Fellbach.  Da die auswärtigen Schüler einen großen Teil ihrer Zeit in Fellbach verbringen, sind deren Antworten in die Auswertung mit eingeflossen. 

Zur Erfassung der Ergebnisse und Berechnung der Abhängigkeiten und Korrelationen wurde Excel benutzt. Der Arbeitsgruppe stand keine professionelle Software zur Verfügung. Die Textantworten wurden separat sortiert und ausgewertet. Dieser Zeitaufwand wurde mit gutem Einblick in die Befindlichkeiten der Jugendlichen belohnt.

Die Ergebnisse fließen in zwei Publikationen ein - den vorliegenden Online-Bericht sowie in eine gedruckte Broschüre. Beide Versionen basieren auf gleichen Daten und Erkenntnissen, ergänzen sich aber durch zum Teil unterschiedliche Schwerpunkte.

Danksagung

Wir danken Herrn Oberbürgermeister Christoph Palm für die Übernahme der Schirmherrschaft für dieses Projekt; dies hat uns die Türen zu den Schulen geöffnet.

Ein großes Dankeschön gilt den SchulleiterInnen, die uns diese Umfrage ermöglicht haben sowie den betroffenen LehrerInnen, die uns kostbare Unterrichtszeit geopfert haben.

Sehr wertvoll war die Unterstützung von Frau Roth, die uns in der Entstehungsphase der Fragebögen hilfreich zur Seite stand und deren Druck in der Rathaus-Druckerei ermöglichte. Sie war stets ansprechbar bei auftretenden Problemen, unterstützte als Kontrollleserin die Dokumentation der Ergebnisse in Form einer Druck- und Onlineversion.

Besonderer Dank gilt den Mitgliedern unserer Familien, die unserer Arbeit mit viel Geduld begegneten und sie auch tatkräftig unterstützten.

Hinweise zur Lesart der Diagramme

Ein Mausklick auf Diagramme öffnet eine Großansicht.

Wie die Werte in den Diagrammen zu verstehen sind, sollen die folgenden drei Beispiele erläutern.

Die meisten Diagramme zeigen Relationen zwischen Beteiligten oder Aktiven im bestimmten Bereich und der konkreten Gruppe. Beispiel:

Bild21 Sportlich Klass.png94% aller Schülerinnen und Schüler im Gymnasium sind sportlich aktiv.

76% der Migranten-Mädchen in der Werkrealschule sind sportlich aktiv.

Usw.


Eine andere Gruppe bilden Diagramme mit Anteilen. Sie beschreiben die Zusammensetzung der Gruppe. Beispiel:

Bild12 Abstammung Gym.pngDie Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe der Gymnasien sind zu 75% deutsch, 12% von ihnen sind Halbmigranten, 13% Migranten. Zusammen ergeben sie 100% (wegen Rundungsfehlern kann es vereinzelt zu geringen Abweichungen kommen, z.B. 101%)





Vereinzelt gibt es Diagramme mit Bewertungen durch die Betroffenen. Die Werte sind als Mittelwerte aller Antworten in der angegebenen Gruppe zu verstehen.

Bild77 Ansehen Gehalt Berufe.pngDas Ansehen von Ingenieuren wird in der Klassenstufe im Schnitt mit 1,6 (von max. 2 Punkten) bewertet. In der Kursstufe beträgt die mittlere Bewertung  1,9.


Wegen der kleinen Zahl der WerkrealschülerInnen sind manche Zusammenhänge mit Ungenauigkeit behaftet.

Je nach Bedarf wurden Zusammenhänge nur in der Klassenstufe oder nur für beide gymnasialen Stufen untersucht. Nur in Einzelfällen wurden allgemein Klassenstufe und Kursstufe miteinander verglichen. Zum Vergleich wurden in der Kursstufe außer Gymnasien auch einige Klassen der beiden privaten Schulen befragt - popcollege und Kolping-Bildungswerk, Grafik & Design.